Herausforderungen der Kunststoffindustrie

Interview mit Omar Galbusera, CEO Mahlo Italia

Wie hat sich die Kunststoffindustrie aus Ihrer Sicht in den vergangenen Jahren verändert?

Die Kunststoffindustrie hat in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Hersteller konzentrieren sich zunehmend auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und operative Effizienz. Echtzeit-Produktionsdaten, Automatisierung und Prozesskontrolle haben dadurch deutlich an Bedeutung gewonnen. Das Ziel ist klar: Ausschuss reduzieren, Energieverbrauch senken und gleichzeitig eine konstant hohe Produktionsqualität sicherstellen, um in einem sich schnell wandelnden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was erwarten Kunden heute, was vor fünf Jahren noch keine Rolle spielte?

Die Erwartungen der Kunden haben sich deutlich weiterentwickelt. Heute wünschen sich Hersteller vollständige Transparenz über ihre Prozesse und einen kontinuierlichen Zugriff auf Produktionsdaten. Gleichzeitig erwarten sie konstant hohe Produktqualität, mehr Flexibilität in der Produktion sowie einen geringeren Energieverbrauch. Hinzu kommt die wachsende Anforderung, recycelte Materialien zuverlässig zu verarbeiten, ohne dabei Qualität oder Produktivität zu beeinträchtigen.

Wo sehen Sie derzeit den größten Druck auf Kunststoffhersteller in Europa?

Europäische Kunststoffhersteller stehen derzeit gleich vor mehreren Herausforderungen. Hohe Energiekosten beeinträchtigen weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit, während der globale Konkurrenzdruck hoch bleibt. Gleichzeitig müssen Unternehmen immer strengere Nachhaltigkeitsvorgaben erfüllen und steigende Anforderungen an Effizienz, Prozesstransparenz und Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Produktionskette erfüllen.

Welche Rolle spielt Prozesstransparenz in modernen Produktionsumgebungen?

Prozesstransparenz ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor in der modernen Fertigung. Der Zugriff auf Produktionsdaten in Echtzeit ermöglicht es Herstellern, Abweichungen sofort zu erkennen, schneller zu reagieren und eine stabile Produktqualität sicherzustellen. Mehr Transparenz hilft nicht nur dabei, Ausschuss zu reduzieren und die Effizienz zu steigern, sondern unterstützt auch die kontinuierliche Optimierung von Prozessen sowie fundiertere Entscheidungen.

Was unterscheidet aus Ihrer Sicht heute besonders effiziente Hersteller vom Rest des Marktes?

Die effizientesten Hersteller sind jene, die Produktionsdaten intelligent nutzen und Qualitätskontrolle direkt in ihre Prozesse integrieren. Sie konzentrieren sich darauf, Ausschuss zu minimieren, Ressourcen optimal einzusetzen und jederzeit volle Transparenz über ihre Abläufe zu gewährleisten. Ebenso entscheidend ist die Fähigkeit, sich schnell an veränderte Produktionsanforderungen und Kundenwünsche anzupassen.

Welche Gespräche auf der PLAST finden Sie in diesem Jahr persönlich besonders spannend?

Viele Gespräche auf der PLAST drehen sich um Themen, die die Zukunft der Branche prägen werden. Nachhaltigkeit steht weiterhin stark im Fokus, ebenso Energieeffizienz und die Stabilität von Recyclingprozessen. Darüber hinaus ist das Interesse an Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und intelligenten Lösungen zur Prozessüberwachung groß, die Herstellern helfen, Qualität und Produktivität zu steigern und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch zu senken.

Wenn Sie ein zentrales Thema benennen müssten, auf das sich die Branche in den kommenden Jahren konzentrieren sollte – welches wäre das?

Wenn ich es auf wenige Worte reduzieren müsste, dann wäre es: intelligentere Produktion mit weniger Ausschuss. Die Zukunft gehört den Herstellern, die Daten und Technologien nutzen, um ihre Prozesse effizienter, nachhaltiger und flexibler zu gestalten. Mit weniger Ressourcen mehr zu erreichen, wird in den kommenden Jahren eine der wichtigsten Herausforderungen – und zugleich Chancen – der Branche sein.