Interview mit Matthias Wulbeck
„Präzise messen, gezielt steuern, effizient produzieren“
Wenn Matthias Wulbeck über Messtechnik spricht, dann tut er das nicht in trockenen Zahlenkolonnen – sondern mit Begeisterung für das, was moderne Sensorik im industriellen Alltag bewirken kann. „Ein guter Sensor macht nicht einfach nur Messwerte sichtbar“, sagt der Produktmanager bei Mahlo. „Er verändert die Art, wie Menschen produzieren – nachhaltiger, stabiler, effizienter.“
Zur K 2025 in Düsseldorf brachte Mahlo genau diese Philosophie mit: Das Traditionsunternehmen feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen – und präsentierte auf der Leitmesse für Kunststoff und Kautschuk unter anderem das Qualitätsmesssystem Qualiscan QMS.
Das System, das Qualität sichtbar macht
„Im Kern geht es beim Qualiscan darum, die entscheidenden Stellschrauben im Produktionsprozess messbar zu machen“, erklärt Wulbeck. Ob Feuchte, Flächengewicht, Schichtdicke oder Materialzusammensetzung – die Sensoren des QMS erfassen selbst kleinste Abweichungen in Echtzeit. „So können unsere Kunden sofort reagieren, Ausschuss vermeiden und Ressourcen gezielt einsetzen.“
Ein Beispiel? „Nehmen wir einen Hersteller von Verpackungsfolien. Wenn er den Beschichtungsauftrag nicht präzise steuert, wird unnötig viel Material verbraucht – mit direkten Auswirkungen auf Kosten und Nachhaltigkeit. Das QMS erkennt solche Ungleichmäßigkeiten frühzeitig – und reguliert automatisch nach.“
Flexibel für jede Herausforderung
Was das System so vielseitig macht, ist sein modularer Aufbau. „Unsere Kunden produzieren auf ganz unterschiedlichen Anlagen – da braucht es Lösungen, die sich anpassen.“ Egal ob breite Produktionslinien oder enge Einbauverhältnisse: Mit Messbrücken wie der Webpro XS lassen sich auch beengte Räume optimal nutzen. In Düsseldorf zeigte Mahlo unter anderem den Optoscope WLI-R-UV/VIS, einen Sensor auf Weißlichtinterferenzbasis, der Schichten ab 200 nm misst – hauchdünn, aber entscheidend für die Produktqualität.
Auch Infrarot-Technologie spielt eine große Rolle: Der Infrascope NIR-Sensor misst berührungslos – und erkennt zuverlässig Unterschiede in Feuchte oder Flächengewicht. „Das ist vor allem in der Kunststoffbranche ein echter Gewinn, da hier hohe Anforderungen an Homogenität und Prozesssicherheit bestehen“, so Wulbeck.
Digitalisierung trifft Nachhaltigkeit
Was das mit dem diesjährigen K-Motto „Green – Smart – Responsible“ zu tun hat? Eine ganze Menge, findet der Produktmanager. „Wir zeigen, wie Digitalisierung ganz konkret zur Nachhaltigkeit beiträgt – und zwar nicht erst in der Zukunft, sondern schon heute. Wer seine Prozesse besser kennt, produziert bewusster.“
Und die K selbst? Für Wulbeck ist sie nicht nur eine Messe, sondern ein Meilenstein. „Die K gibt es seit über 70 Jahren – und wir als Mahlo blicken auf 80 Jahre Innovation zurück. Für mich ist das immer ein idealer Anlass, um mit Kunden und Partnern über neue Wege zu sprechen. Unser Ziel ist es, gemeinsam an einer ressourcenschonenderen Industrie zu arbeiten – mit Technologie, die wirkt.
